Art & Design, Die Insider
Theodora Vischer ist Senior Curator at Large der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Dort hat sie gerade die Ausstellung „Jeff Koons“ sowie eine erste Präsentation der „Calder Gallery“ kuratiert – eine auf mehrere Jahre angelegte Zusammenarbeit mit der Calder Foundation New York. In der Kunststadt kennt sie sich aus.
Was gibt es Neues im Kunstbereich in Basel?
Die Kunsthalle Basel hat immer ein tolles Programm, aktuell mit dem amerikanischen Künstler Paul Sietsema und dem Engländer Craigie Horsfield (Steinenberg 7). Neu eröffnet hat auch die Tatlin-Ausstellung im Museum Tinguely (Paul-Sacher-Anlage 2). Und die Renoir-Ausstellung im Kunstmuseum Basel ist unbedingt sehenswert. (St. Alban-Graben 16)
Welche jungen Basler Künstler muss man einfach kennen?
Es gibt zurzeit eine lebendige junge Künstlerszene in Basel und es ist schwierig, einzelne Namen herauszuheben. Hannah Weinberger, Kaspar Müller und Kilian Rüthemann sind zum Beispiel drei der Künstler, die mit größeren Ausstellungen überzeugen konnten.
Hat Basel so etwas wie ein Kunstzentrum?
Basel ist so klein, also nicht vergleichbar etwa mit New York oder London. Bei uns ist wohl die ganze Stadt ein Kunstzentrum. Jetzt gibt es aber wieder mehr Off-Spaces, die Szene ist aktiver und das ist ein gutes Zeichen. New Jerseyy sollte man gesehen haben. (Hüningerstraße 18)
Mit Jeff Koons haben Sie gerade die aktuelle Ausstellung in der Fondation kuratiert. Wohin gehen Sie mit Künstlern in Basel essen?
Sicher in die Kunsthalle, die hat den tollsten Garten der Stadt (Steinenberg 7). Vor allem im Sommer. Auch ins Chez Donati (St. Johanns-Vorstadt 48). Oder ins Cantina Don Camillo in der Warteck-Brauerei. Das hat eine einmalige Terrasse (Burgweg 7). Und in die neu von den Architekten Herzog & De Meuron umgebaute Brasserie im Volkshaus (Rebgasse 12-14).
Was hat Ihnen erst kürzlich in Ihrer Stadt ein „Wow!“ entlockt?
Dass der Sommer endlich da ist (lacht). Und natürlich gibt es während der Art Basel (Anm.: war von 14.-19.6.2012) andauernd Wow-Momente. Immer großartig ist aber auch das Vitra Design Museum, auch wenn’s schon in Deutschland liegt (Charles-Eames-Str. 2, Weil am Rhein). Es ist etwas vom Tollsten in der Region Basel. Die Anlage, die Architektur, die Ausstellungen. Das zeigt man gerne her und darauf kann man stolz sein.
Sie erwähnen die Art Basel – die nächste ist von 13. bis 16. Juni 2013. Der beste Platz, um Kunst zu kaufen?
Auf der Art hat man definitiv die größte Auswahl. Ob die Preise auf der Messe realistisch oder aufgrund der Messe hochgetrieben sind, muss man vorher selbst recherchieren. Zusätzlich empfehle ich, während der Art auch auf die Liste zu gehen (www.liste.ch, Warteck-Brauerei, Burgweg 15). Dort sind viele aufstrebende Galerien mit jungen Künstlern vertreten.
Basel bei Nacht – wohin treibt es Sie?
In Basel kann man gut rumziehen. Wenn man im Zentrum beginnt, ist ein guter Start sicher die Campari Bar (Steinenberg 7) und dann die Rio Bar. Die ist gut zum Hängenbleiben. (Barfüsserplatz 12)
Und wenn man ein gutes Hotel braucht?
Dann geht’s ins Krafft am Rhein. Das kann ich wirklich sehr empfehlen. (Rheingasse 12)
Was macht Basel einzigartig?
Die Lage an der Grenze zu Deutschland und Frankreich und die Lage am Rhein. Man kann einen Spaziergang machen ins Elsass oder man radelt den Rhein entlang nach Deutschland, wie man Lust hat. Das prägt die Stadt, diese Nähe zur Grenze. Das ist sicher einzigartig.