Art & Design, Die Insider
Natalia Goldin Lundh ist Galeristin in Stockholm. Sie zeigt uns keine Bilder, sondern ihre persönlichen Lieblingsplätze und erklärt, was sie genau in Stockholm mit der längsten Galerie der Welt meint.
Ein guter Tag in Stockholm beginnt für Sie wo?
Im Mälarpaviljongen. Das ist das einzige Café der Stadt, das direkt am Wasser liegt, obwohl ganz Stockholm von Wasser eingeschlossen ist. Meine Lieblingsspeise ist der Hallumi-Burger, den es auch nur dort, am Wasser, gibt.
Wo gehen Sie mit Künstlern nach einer gelungenen Vernissage auf ein Dinner?
Entweder ins Restaurang de Ville. Da gehe ich einmal die Woche hin, weil es wie ein Bistro geführt wird und viele kreative Köpfe aus Stockholm das Lokal lieben und dort quasi wohnen (8, Roslagsgatan). Wenn es ein bisschen feiner und das kleine Schwarze sein soll, dann feiere und zelebriere ich den Abend im theatralischen Ambiete des Restaurant Teatergrillen (3 Nybrogatan).
Und der Drink danach? Welche Bar ist Ihre zweite Heimat?
Das Inferno mag ich gerne. Erstens, weil die DJs gute Musik spielen und zweitens, weil das Inferno in dem Haus liegt, in dem der Literat August Strindberg gewohnt hat und sein Buch “Inferno” geschrieben hat.
Wo kaufen Sie ihre Mode ein?
Ich bin ein Fan der ACNE Jeans, die ja auch aus Stockholm kommen. Neunzig Prozent der Mode, die ich trage, kommt von ACNE, auch die Schuhe – weil alles praktisch, hübsch und leistbar ist (2 Norrmalstorg).
Was oder welcher Ort oder wer ist derzeit angesagt in Stockholm?
Zum Beispiel The Melville Café and Bar, in der Rörstrandsgatan, mit Sicherheit die beste Restaurant-Straße der Stadt. Und natürlich SoFo, Södermalms hippest neighbourhood. Und der Peacock Dinner Club (Tegnergatan 37).
An welchem Platz sind Sie gerne alleine?
So dumm es klingt – zur frühen Stunde in der Pleasant Bar – eine kunstvolle Tapeten-Bar-Welt aus Pflanzen und Tieren wie im Märchenwald (Kammakargatan 9).
In welchem Hotel bringen Sie Freunde unter, die nach Stockholm kommen?
Im Clarion Hotel Sign. Das ist nicht kühles, sondern cooles Design im Bahnhofsviertel. Die Lobby sieht aus wie ein Möbelmuseum nordischer Klassiker – mit Stücken von Jacobsen, Mathsson und Alvar Aalto (Östra Järnvägsgatan 35).
Das muss man in Stockholm unbedingt gesehen haben?
Stockholms “Tunnelbana“, die Untergrundbahn. Nicht umsonst sagt man zu ihr, sie sei die längste Galerie der Welt. Künstler konnten sich hier kilometerweit austoben. Mein Lieblingsplatz im Untergrund: Linie Blau, Station T-Centralen.