Art & Design, Die Insider
Julia Landsiedl begann ihre Design-Karriere unüblich, nämlich mit einem Master in Rechtswissenschaften. Bald danach wechselte sie das Metier und heute designt sie Gegenstände, Unterhaltungselektronik und Geschirr. Im Rahmen der Vienna Designweek macht sie sich Gedanken über die Wiederverwertung von Nespresso-Aluminium-Kapseln. Für die Insiderei hat sie sich Wien-Tipps überlegt.
Wir machen mit Ihnen einen Designspaziergang durch das moderne Wien. Wohin führen Sie uns?
Vom Alois-Drasche-Park im vierten Bezirk über den Südbahnhof und das Bahnorama, dem höchsten begehbaren Holzturm Europas (Laxenburger Straße 4), weiter bis zum Domenig-Haus in der Favoritenstraße (Nr. 118). Wenn Sie gut zu Fuß sind, gehen wir weiter bis zum Belvedere (Prinz-Eugen-Straße 27), zum Wien Museum (Maderstraße 2) und zum Abschluss noch ins Museumsquartier (Museumsplatz 1).
Ein Designgeschäft der etwas anderen Art?
Es gibt da so ein kleines Haushaltswarengeschäft in der Wollzeile 18 im ersten Bezirk.
Wo in Wien treffen sich Designer?
Ich sehe immer wieder welche vor dem Futuregarden in der Schadekgasse (Nr. 6) sitzen. In der Bäckerei Felzl in der Kaiserstraße, Ecke Westbahnstraße bin ich auch schon öfters neben Kollegen gestanden. Als echten Geheimtipp gibt es noch die Ministeriums-Lokal-Landschaft hinter der Angewandten (Georg-Coch-Platz 4).
Ihr persönlicher Geheimtipp in Wien?
Zu Fuß gehen, sich in aller Ruhe umsehen! Zum Beispiel rund um den Julius-Tandler-Platz. Da gibt es den Künstlerbedarf Josef Wally (Nr. 5), das Gasthaus Zum Reznicek (Reznicekgasse 10) und noch einiges mehr.
Ein Souvenir, das Sie Touristen ans Herz legen?
Bonbons von Altmann & Kühne (Am Graben 30) und als deftige Alternative dazu luftdicht eingeschweißte Käsekrainer. Hat tatsächlich einmal ein Berliner bei mir bestellt.
Bier, Wein oder Cocktail? Was trinken Sie wo am liebsten?
Im Sommer mag ich den Haus-Weißwein beim Heurigen Christine Rath in Ottakring (Liebhartstalstraße 16-18). Im Winter tendiere ich zum gepflegten Gin Tonic, zum Beispiel in der Silver Bar im Hotel Das Triest (Wiedner Hauptstraße 12). Der Barmann dort ist so umsichtig.
Was empfehlen Sie an einem verregneten Tag in Wien zu unternehmen?
Das Haus des Meeres im Flakturm im sechsten Bezirk ist ein kurioser Ort (Fritz-Grünbaum-Platz 1). Man kann aber auch einen Topfenstrudel im Tirolerhof essen, mit der “Zeit“ in der Hand und einer “Gala“ auf dem Schoß – oder umgekehrt (Führichgasse 8).
Und was muss man an einem schönen Tag unternehmen?
Sich in den Burggarten setzen oder legen und sich ungeniert umschauen. (Burgring 1)