Art & Design, Die Insider
Jan Schnidrig lebt in Zermatt. Die Berge sind dort allgegenwärtig. Kein Wunder also, dass der Sohn eines Bergführers heute selber Expeditionen organisiert. Zwischendurch geht der zweifache Familienvater auch gerne mal auf die Jagd.

Du warst schon als Baby von mehreren Viertausendern umringt. Welcher hat dich bisher am meisten fasziniert?
Sicher das Weisshorn in Randa, die Pyramide, die von allen Seiten etwas sehr Spezielles hat, nicht nur zum Führen der schönste, auch fürs Auge. Vom Flieger aus oder auf einem anderen Gipfel ist er klar zu erkennen, über jeden Grat eine super lohnende Tour.
Als Schneesportlehrer und Bergführer übernimmst du Verantwortung für deine Gäste. Was müssen sie in den Bergen unbedingt beachten?
Von den Gästen kann man nicht erwarten, dass sie die Gefahren selber erkennen, dafür sind wir Bergführer da! Wichtig ist, dass der Gast die wenigen Weisungen befolgt, die man ihm gibt, z. B. beim Einhängen am Ende der Abseilstelle. Es gibt keine schlechten Gäste, nur komplizierte Bergführer!
Expeditionen nach Patagonien, Alaska und China hast du bereits hinter dir. Was kommt als nächstes dran?
Ich bin gerade zum zweiten Mal Vater geworden und Haus baue ich auch, aber im März geht es wieder nach Norwegen, nach Tromsö zum Skitourengehen!
Dein kleiner Sohn ist bestimmt häufig in den Bergen dabei. Welche Touren empfiehlst du Eltern mit Kleinkindern?
Bergsteigen mit der Familie ist, sobald die Kinder selber laufen können, eine tolle Sache, muss aber unbedingt der Kondition der Kids angepasst werden! Schöne Wandertouren sind: von Törbel (Moosalp) nach Jungu (St. Niklaus, im Restaurant Moosalp gibts die besten Cremeschnitten), Fluhalp via Pfulwe (Zermatt) nach Täschalp (Täsch, auch möglich über Tuftern, ist einfacher) oder zwei Tagestouren in Bordierhütte SAC von Gasenried aus (St. Niklaus): schöner Wanderweg über Wiesen, Wald, Moränen und über den sehr gut markierten Gletscher zur Hütte, etwa 4 bis 5 Stunden.
Hüttenzauber! Wo übernachtest du am liebsten?
Da man in der Saison oft in Hütten neben einem „Schnarcher“ liegt, bevorzuge ich ab und zu Biwaks: Mischabelbiwak (Randa), Arbenbiwak, Schallibiwak, Biwak de la Maye. In Hütten, wo das Essen schmeckt, ist auch der Schlafplatz gut: Bordierhütte (St. Niklaus), Rothornhütte (Zermatt), Cabane de l´A Neuve.
Wir wollen Freaks wie dich treffen? In welcher Outdoor-Bar?
Bier und die beste Pizza in Zermatt gibts in der The North Wall Bar: Hier treffen einander Skifahrer und Kletterer, die Pizza kostet 16 Euro. (Steinmattstraße 71)
Auch Sportler werden mal hungrig. Wo gibts die beste Hüttenmahlzeit?
In der Bordierhütte: Käseschnitte mit „allem“ …
Abschließend noch eine Frage zu deiner Ausrüstung: Wo kaufst du deine Bekleidung?
Im Salewa- und Dynafit-Store in Zermatt in der Bahnhofstraße (neben der Raiffeisenbank).