Food & Drink
Was passiert, wenn die größte (glücklicherweise auch seriöste) Tratschkathl der Stadt ein Lokal kauft? Richtig: So schnell konnten noch gar keine Kritiken erschienen, war es schon der Hotspot von Reich & Schön. So geschehen in der Monkey Bar, die kürzlich von Vanity-Fair-Chefredakteur Graydon Carter, City-Club-Hotel-Boss Jeff Klein, dem Betreiber des Londoner Restaurants The Wolseley, Jeremy King, und Revlon-Milliardär Ronald Perelman als Investor übernommen wurde.
Stars, Stars, Stars. Weil die Kellner eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben müssen, bevor sie den Job bekommen, wird man als Durchschnittsgast keine Auskunft erhalten, ob man richtig sieht, dass da am Nebentisch wirklich Donna Karan sitzt, oder ob dort Tom Ford und Ivana Trump an der Bar stehen. Aber wo, wenn nicht hier, können wir davon ausgehen, dass wir richtig vermuten? Eben.
Mindestens ebenso positiv wie auf die Gästeliste hat sich die Neuübernahme der seit den 30er-Jahren bestehenden Bar auf das Ambiente ausgewirkt. Wie in Carters zweitem Lokal, dem Waverly Inn, hat Magazin-Illustrator Edward Sorel Szenen aus dem Manhattan der 20er Jahre an die Wände gemalt, gleichzeitig aber die namensgebenden Wandbemalungen von Charlie Wala aus den 50ern belassen, die Affen sehr menschlich beim Daiquirie Mixen und Elefanten-Reiten zeigen.
Sogar das Essen ist nach so vielen Jahren genießbarer geworden. Zu viele Köche wurden in den vergangenen Jahren aus der Monkey Bar vergrault – darunter der Österreicher Kurt Gutenbrunner. Jetzt steht der von Stadt-Medien als „godfather of New American cuisine“ bezeichnete Larry Forgione hinterm Herd und seither kann man getrost zu Lunch und Dinner buchen. Schließlich kann man die Zeit bei Tisch vorzüglich zum VIP-Watching nutzen. Dazu bestellen wir mittags klassisch Austern oder Foie Gras zum Start, dann Steak Frites, Burger oder Club Sandwich. Die Abendkarte ist umfangreicher, aber auch typisch amerikanisch mit Salaten, Pasta, Fisch und Gegrilltem.