Cheftable, Die Insider, Food & Drink
Sadettin Çağlayan ist ein Berliner 36er. Das heißt, der Chef des hippen Goldberg Bar Cafés ist in Kreuzberg 36 aufgewachsen. Dort kennt er sich aus wie kein anderer.
Ein 36er zu sein, was bedeutet das für Sie genau in Berlin?
Das ist wie ein Stempel, den du nie wieder loskriegst. Kreuzberg 36 hat mich positiv geprägt. Heute hat es eigentlich keine Bedeutung mehr, aber es ist bis heute ein Lebensgefühl, in der Großstadt zu leben und sich als Stadtjunge zu fühlen.
Weil wir schon bei Stadtvierteln sind: Wo liegt die Neighbourhood der Movers and Shakers in Berlin?
Ganz klar Neukölln. Hier hat sich viel getan in den letzten vier Jahren. An zuvor totgeglaubten Ecken eröffnen Bars und Cafés. Es ist die Mischung der Menschen, die Neukölln von Mitte und dem Prenzlauer Berg unterscheidet. Hier wohnen junge, internationale Leute Tür an Tür mit alteingesessenen Berlinern und Menschen unterschiedlichster Kulturen. Der Kiez ist zudem bestens organisiert, viermal im Jahr finden in Neukölln Kunstevents statt, die alle Bars, Cafés und Galerien involvieren. Das Highlight des Kalenders: 48Stunden Neukölln (http://www.48-stunden-neukoelln.de) – dann geht‘s hier richtig ab.
Wobei haben Sie sich das letzte Mal gedacht: Wow, super, dass ich in Berlin lebe?
Die Stadt vermittelt ein enormes Gefühl von Freiheit. Momentan kommt die ganze Welt nach Berlin und die Stadt hat einen super Vibe. Berlin ändert sich gefühlt täglich. Es entsteht so viel Neues. Es ist schön, ein Teil dieser Stadt zu sein.
Wo haben Sie das letzte Mal wirklich super gegessen?
Im Coledampf´s & Companies – ein kulinarischer Ort und ein Restaurant im neuen Aufbauhaus am Moritzplatz. Raffinierte Menüs zum kleinen Preis und gleich gegenüber von den Prinzessinnengärten (ebenfalls ein toller Tipp).
Haben Sie weitere Lieblingsrestaurants?
Das Manzini in Wilmersdorf (Ludwig-Kirch-Straße 11) – ein super Kaffeehaus und Bistro, Hasir auf der Adalbertstraße in Kreuzberg mit türkischer Cuisine und einem super Burgerladen direkt gegenüber (Hasir Burger), wenn‘s mal schnell gehen muss. Salat Nicoise und Pizza im Café am Neuen See (http://www.cafe-am-neuen-see.de/).
Best of Bar in Berlin?
Der Damensalon: Eine Bar in einem alten Friseursalon (Reuterstraße 39). Ebenfalls in Neukölln. Die schmeißen auch ab und zu sehr coole Parties. Lange Neuköllner Nächte sind hier garantiert.
Sie betreiben ein Café/Restaurant. Wo liegen denn aus Ihrer Sicht die besten Cafés in Berlin?
Mitte, Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg. In Berlin gibt es so viele verschiedene Kieze, die alle auf ihre ganz eigene Art besonders sind und tolle Cafés haben. Super Kaffee macht das DoubleEye in Schöneberg. Dafür lohnt sich der Abstecher auf die Akazienstraße (Nr. 22) – besonders toll mittwochs und samstags, dann geht es gleich weiter auf den Markt am Winterfeldplatz.
Berlin nach Mitternacht: Haben Sie einige Tipps für uns?
Mein Abend startet im Goldberg (www.goldberg-bar.de), dann geht‘s weiter in den Damensalon (Reuterstraße 39). Meine Nacht endet mittwochabends im Watergate auf Augenhöhe mit der Spree.
Wo ist für Sie der Platz in Berlin, an dem Sie abschalten und für einige Stunden relaxen können – fern vom Alltagsstress?
Am Urbanhafen im Herzen von Kreuzberg. Ein Fleckchen Frieden im Großstadttrubel.
Was ist Ihnen kürzlich in Berlin als ganz neu aufgefallen?
Die Mieten steigen wie verrückt. Die Stadt wird bunter, kreativer und internationaler.
Ihr persönlicher Geheimtipp für Berlin für unsere Insider?
Das beste Eis der Stadt gibt es im Gräfekiez bei Francesco Vigneri im Lido Eis (Böckhstraße 27). Die besten Flohmärkte: Arkona-Flohmarkt am gleichnamigen Platz in Mitte (http://www.troedelmarkt-arkonaplatz.de) und jeden zweiten Sonntag der Flowmarkt (http://www.nowkoelln.de) am Maybachufer.