Green Luxury
Die Lodge mitten ins Jordaniens Wüste ist an sich nur zu Fuß erreichbar – sechs Stunden lang führt der Treck durchs Wadi Dana. Dennoch lassen sich nur wenige mit dem Jeep ins Hotel bringen – der Weg zu Fuß ist bereits das Ziel. Da heißt es Abschied nehmen von der Zivilisation, raus aus dem Alltag, rein in die innere Ruhe. Handys bleiben stumm in der Feynan Ecolodge und das World Wide Web ist abgedreht. Das bedeutet für die Gäste auch: Bargeld einstecken. Kreditkarten werden im Hotel zwar akzeptiert. Aber nur theoretisch. Meistens kommt nämlich keine Leitung zustande.
Die Feynan Lodge wurde ausschließlich mit regionalen Materialien unter Aufsicht des darauf spezialisierten Architekten Ammar Khammash errichtet. Das Resort im klassisch arabischen Stil wächst scheinbar aus dem Wüstenboden. Am Abend sorgen 250 Kerzen für Stimmung. Denn abends brennt in der Feynan Lodge kein elektrisches Licht. Die Sterne leuchten viel schöner.
Tagsüber wird der Strom für die Küche, die Duschen und das Büro über eine hauseigene Photovoltaik-Anlage produziert. Feynan hängt nicht am staatlichen Stromnetz. Speicherbatterien sind die eiserne Reserve, mit der die Gäste bei Schlechtwetter drei Tage lang auskommen müssen. Auch die Warmwasserversorgung erfolgt über Solarenergie. Wäschetrockner? Fehlanzeige. Die frisch gewaschenen Handtücher und Bettüberzüge trocknen an der frischen Luft. An den wenigen kälteren Wintertagen heizen die lokalen Gastgeber die 26 Zimmer mit Rückständen aus der Oliven-Pressung. An den heißesten Tagen des Jahres im Juli und August werden die Gäste eingeladen, auf der Dachterrasse zu übernachten. Klimaanlagen gibt es nicht.
Das Essen ist einfach: Bauern aus der Umgebung liefern die Zutaten für eine vegetarische Küche nach arabischer Art mit Fladenbrot, frischen Kräutern, Joghurtsauce und Salat. Beduinen aus der Umgebung servieren den aromatischen Pfefferminztee. Sie führen auch die Exkursionen in das Naturschutzgebiet durch mit seinen 700 verschiedenen Pflanzen-, 215 Vögel- und 37 Säugetierarten. Vielleicht begegnet man dabei selten gewordenen Exemplaren wie dem Syrischen Wolf.