How to spend it...
Vor dem Museum Tinguely in Basel steigt an einem Juninachmittag ein älterer Herr ins 18 Grad kalte Wasser des Rheins. Splitterfasernackt. Bevor er ganz untertaucht, schnallt er sich eine bunte, pralle Tasche um. Schwimmt los.
Eine alltägliche Szene in Basel, dieser Stadt im Dreiländereck Schweiz/Deutschland/Frankreich, Sitz der Pharmafirmen Roche und Novartis und kunstsinniger Standort von 40 Museen. Seit langem steigen die Basler zur Abkühlung in den Rhein. Seit zehn Jahren nehmen sie vermehrt bunte, schwimmende Taschen mit ins Wasser. Den Wickelfisch. In den Nylonsack in Fischform samt Fischgesicht legen sie Handtuch, Geldbörsel, Handy oder Badeschlapfen. Schwimmen mit Sack und Pack von A nach B.
Der Fisch kommt vom Basler Designer Tilo Ahmels, der aus Unzufriedenheit über vorhandene Schwimmsäcke 2002 einfach etwas Neues erfunden hat. Seine Fische vertreibt er in Basel, in zwölf weiteren Schweizer Städten und online. “Praktisch”, lacht die Münchner Touristin, die bei der Mittleren Rheinbrücke aus dem Fluss steigt. Einzig ihr Bikini ist bei ihrem Schwumm, vorbei am Münster und der Altstadt, nass geworden. Der nackte Basler schwimmt weiter. Winkt. “Ich schwimme bis zur Dreirosenbrücke.” Seine Freunde warten in der Dreirosenbuvette mit einem kühlen Bier auf ihn.