Die Insider, Food & Drink
Tom Harrow ist Contributing Editor der Luxusmagazine POMP und B Beyond in London und schreibt für angesehene Publikationen wie More Intelligent Life (The Economist) oder How To Spend It (The Financial Times). Außerdem gründete er das Wein Concierge Service WineChap.
Mit welchem Restaurant beeindrucken Sie Freunde, die in London zu Besuch sind?
The Ledbury in Notting Hill (127 Ledbury Road) – an Chef Brett Graham wurde letztes Jahr verdientermaßen ein zweiter Michelin Star vergeben. Außerdem gehört das Restaurant zusammen mit The Fat Duck zu den einzigen britischen Einträgen in der renommierten Liste der “World’s Best 50 Restaurants”. Oder Galvin La Chapelle in der City (35 Spital Square) – die ehemalige Kirche ist das schönste Restaurant Londons und auch ein verdienter Michelin-Gewinner.
Was ist für Sie Londons angesagteste Weinbar?
Ich bin ein großer Fan der Vinoteca in Marylebone (15 Seymour Place). Die Besitzer haben sich Zeit genommen, diese zweite Location zu eröffnen – das erste Lokal in Smithfields war erfrischend neu und anders.
Wer ist für Sie der Top Mixologist?
Ich mag diesen modernen Ausdruck nicht – wer beruflich Drinks mixt, ist ein Bartender. Sprechen Sie mit Salvatore im Milestone Hotel und er wird Ihnen zeigen, dass jeder “brandneue” Cocktail nur eine Variante eines Drinks des legendären Savoy Cocktail Guides der 1920er-Jahre ist.
Welche ist die beste Hotelbar?
Dukes in St James’s Place, die ehemalige Lieblingsbar von Ian Fleming. Sehr diskret und Barmanager Allesandro Palazzi hat gerechtermaßen den Ruf, die besten Martinis Londons zu mixen. Oder für etwas ganz anderes: die Bar im Viajante (Patriot Square) in Bethnal Green.
Sind Sie ein Fan des Pop-up-Konzeptes?
Zu einem gewissen Grad – es ist ja jetzt doch schon ein alter Hut. Ein Freund von mir kochte bereits vor Jahren in heruntergekommenen Appartements in Paris, als das Konzept noch unbekannt war. Ich bin allerdings auch mit den Gründern des Clove Clubs befreundet und war bei einem Event in Dalston, eine super Mischung aus innovativer Küche – neubritisch mit skandinavischen Einflüssen. Sie arbeiten mit The Young Turks, die sehr talentiert sind, und Kirsten Rogers ist auch noch eine erwähnenswerte Gastgeberin.
Ein Insider-Restaurant, das nicht viele Leute kennen?
Gazette in Battersea (79 Riverside Plaza, Chatfield Road), eine klassische französische Brasserie. Die atemberaubenden Oeufs Cocotte Meurette sind der perfekte Start ins Wochenende.
Die aufstrebendste Gegend in London, was die Restaurantszene betrifft?
Lustigerweise Covent Garden, eine Gegend, die bis vor kurzem – vom Ivy abgesehen – noch zur gastronomischen Wüste gehörte, voll von grauenhaften Restaurantketten und Touristenfallen. Die Art Restaurants, denen England seinen schlechten Ruf verdankt. Die Renaissance hat mit Terroirs begonnen (5 William IV Street), danach kamen Hawksmoor (11 Langley Street) und Les Deux Salons (40-42 William IV Street), gefolgt von Opera Tavern und jetzt St John Hotel (1 Leicester Street) und Da Polpo (6 Maiden Lane). Und Keith McNally hat im Old Transport Museum in der Piazza eröffnet.
Ihr Lieblingsrestaurant in London?
Eine schwierige Entscheidung, aber für Konsistenz und nette Erinnerungen würde ich sagen Great Queen Street (32 Great Queen Street) oder The Ivy (1-5 West Street).
Wo entspannen Sie nach einem harten Arbeitstag?
Falls ich einmal früher nach dem Mittagessen Schluss mache, schaue ich bei Groucho (45 Dean Street) oder Quo Vadis (26-29 Dean Street) auf einen Martini oder ein Bier vorbei.