Die Insider, Fashion & Lifestyle
Früher lebte Katja Schmolka in Wien, war Modechefin beim Magazin Maxima und Fashion Consultant für Swarovski. Heute ist sie in New York und schreibt für ihr eigenes Magazin, das Zip-Magazine.
Als Wahl-New-Yorkerin, verraten Sie uns doch: Was gibt es in New York Neues?
In New York gibt es ständig etwas Neues. Diese Stadt ruht nie. Momentan läuft die ganze Modebranche auf Hochtouren für die Vorbereitungen zur New York Fashion Week, die am Donnerstag beginnt.
Sie beschäftigen sich durch Ihr Magazin viel mit kulturellen Themen. Welche Ausstellungen haben Sie zuletzt besucht und gut in Erinnerung?
Andreas Gursky präsentierte seine Ausstellung “Bangkok II“ diesen Dezember in der renommierten Gagosian Gallery (555 West 24th Street). Ich war sehr von der Größe der Werke und den Farbstimmungen, die sich auf den Gewässern spiegelten, beeindruckt. Und über seine Idee, auf die Verunreinigungen der Ozeane aufmerksam zu machen. Die zweite Ausstellung, die mich in ihren Bann gezogen hat, befindet sich im Museum at FIT (7 Avenue at 27th Street) von Modeikone Daphne Guinness. Sie hat ihre ganz persönliche Modesammlung gezeigt. Besonders freue ich mich auf die Ausstellung zweier legendärer Modeikonen, Elsa Schiaparelli und Miucchia Prada, die im Mai im Metropolitan Museum zu sehen sein wird (15 West 49th Street).
Als Fashion-Insiderin: Wer ist Ihr Lieblings-Designer in New York?
Marc Jacobs ist ein genialer Designer, wobei mir seine Kollektion für Louis Vuitton (611 5th Avenue) sehr gut gefällt, die für sein eigenes Label (163 Mercer Street) für mich aber schon fast Flohmarkt-Charakter hat. Zudem liebe ich den Stil des Schwestern-Designerduos Rodarte, die auch die Filmausstattung für meinen Lieblingsfilm ‘The Black Swan’ gemacht haben (bei Bergdorf Goodman, 754 5th Avenue).
Wo waren Sie zuletzt Mode einkaufen?
Bei Bloomingdales in Soho (504 Broadway). Das Flair ist durch das alte, helle Gebäude sehr schön. Es ist nicht so riesig und mir gefällt das Beauty Department, weil es übersichtlich ist. Ganz zu schweigen von den vielen europäischen und amerikanischen Designern, die von Floor zu Floor ausgestellt sind. Es verbinden mich auch gute Erinnerungen mit diesem Store: Vor zwei Jahren ließ ich mir dort das Make-up für meine Hochzeit zeigen.
In welchen drei Restaurants waren Sie kürzlich essen? Wie war's?
In letzter Zeit genoss ich kulinarische Leckerbissen in der Blauen Gans, weil wir wieder einmal einen Gusto auf ein richtig gutes Wiener Schnitzel hatten und das Ambiente so schön wienerisch ist (139 Duane Street). Ein guter Tipp bei Heimweh! Im Spice Market im Meatpacking District liebe ich das orientalische Flair und das gute farbenfrohe Essen (403 West 13th Street). Dann feierte ich kürzlich mein Jubiläum mit meinem Ehemann im Cipriani in Soho (376 West Broadway). Es hat die besten Spaghetti á la Vongole und erinnert uns sehr an unsere Zeit in Mailand. Zudem gehen dort alle Leute der hiesigen Modebranche ein und aus.
In welche Bars gehen Sie am liebsten auf einen Drink?
Ich liebe Rooftop-Bars. Die sind gerade im Sommer ein Vergnügen. Überall sieht man die Lichter der Skyscrapers und der Wind weht angenehm kühl, wo es auf den Straßen drückend heiß ist. Manche Bars haben sogar Pools und man kann sich im Automaten direkt vor Ort einen Bikini runterdrücken. Von der Gansevoort Bar sieht man auf so eine Poolbar hinab. (18 Ninth Avenue)
Welches Viertel von New York gefällt Ihnen besonders gut?
Tribeca gefällt mir am besten. Der Charme der alten Fabriksgebäude und die Geschichten, die damit verbunden sind, finde ich sehr faszinierend. Tribeca erinnert mich auch ein wenig an Wien. Es ist sehr überschaubar, es gibt kleine Cafés und Bäckereien und die besten Restaurants und Köche sind hier. Im Sommer kann man gemütlich ‘herumstrandeln’, es ist relativ ruhig da und die echten New Yorker und langjährig angesiedelten Europäer leben hier – vor allem aus der Kunst-, Mode- und Filmszene. Man fühlt die Beständigkeit, die man in anderen Stadtvierteln gar nicht spürt.
Zum Abschluss: Haben Sie einen Geheimtipp für uns?
Definitiv die Bond Street in Soho. Es ist eine ruhigere Straße, auch mit alten Cast Iron-Gebäuden, die viele Galerien beherbergt, darunter etwa die Robert Mapplethorpe Foundation (477 Madison Avenue). Viele kleine Boutiquen, die vom selbst erzeugten Parfum bis zu ausgefallenen Designern alles anbieten, säumen die Häuserzeilen.
