Art & Design, Die Insider
Seit Herbst 2010 ist Karola Kraus Direktorin des Museums Moderner Kunst in Wien. Die deutsche Kunsthistorikerin sammelt Designermöbel und Vasen und findet ein Kunstwerk dann gut, „wenn es mehr Fragen aufwirft, als eindeutige Antworten zu liefern“.
Ihr Leben gehört der Kunst. Was muss man in Wien gesehen haben?
Ich begebe mich regelmäßig auf Galerienrundgänge in die Eschenbachgasse oder in die Schleifmühlgasse, besuche Kunsttempel wie die Secession (Friedrichstraße 12, 1010) oder diverse Off Spaces. Besonders toll sind die Atelierbesuche bei Künstlern. Zu diesen werden Sie, wenn Sie „mumok-friend“ werden, auch eingeladen!
Sie sind eine Sammlerin. Wo in Wien kaufen Sie Ihre Kunstwerke?
In erster Linie sammle ich zeitgenössische Kunst. Eine neue Leidenschaft ist das Sammeln von Gläsern, die ich bei Lobmeyr (Kärntner Straße 26) finde.
Revolutionäre Gedanken in der Kunst sind Ihnen ein Anliegen. Welche Stadtteile von Wien passen in dieses Denkmuster?
Die Ringstraßenanlage von Otto Wagner mit ihren U-Bahnstationen und das Looshaus am Michaelerplatz: ein zentrales Bauwerk der Wiener Moderne. Es markiert die Abkehr vom floralen Dekor des Secessionismus! Auffallend ist der Mut der Wiener Baubehörden, auf historische und denkmalgeschützte Gebäude expressionistische Dachaufbauten zu genehmigen!
Sie pflegen Ihre Netzwerke in der Künstlerszene regelmäßig. Haben Sie dafür einen Lieblingsort?
In der Nähe meines Büros befindet sich die Terrasse des Palmenhauses (Burggarten 1, 1010): Dort esse ich gerne frisch gebratenen Fisch. Ich gehe auch gerne ins Vestibül (Doktor-Karl-Lueger-Ring 2, 1010) , wo man im Sommer wunderbar draußen sitzen kann.
Und wo entspannen Sie nach einem anstrengenden Arbeitstag?
Ich laufe durch den Volksgarten (Ringstraße), der ist ja auch in der Nähe meines Büros.
Freunde aus dem Ausland kommen zu Besuch. In welchem Hotel übernachten sie?
Ich liebe das Hotel Altstadt Vienna (Kirchengasse 41, 1070). Es verbindet auf wunderbare Weise Kunst, Design, Architektur und Charme. Am elegantesten sind die von Matteo Thun ausgestatteten Zimmer. Wenn es mehr Luxus sein soll, dann empfehle ich das Sacher (Philharmonikerstraße 4, 1010) und das neue, schlicht eingerichtete Sofitel Wien Stephansdom (Praterstraße 1, 1020) von Jean Nouvel.
Sie schätzen gutes Essen. Welches Restaurant können Sie in Wien empfehlen?
Ich bin ein Fan von Skopik und Lohn, dem Restaurant im 2. Bezirk (Leopoldsgasse 17). Dort bekommen Sie nicht nur hervorragendes Essen der Wiener Beisltradition, Sie sitzen außerdem unter einer Deckenmalerei von Otto Zitko.
Der Cocktail danach. Wo trinken Sie ihn am liebsten?
Wenn ich Gäste ausführe, dann in die Loosbar (Kärntner Durchgang 10, 1010), die architektonisch nicht zu schlagen ist, oder in die Le Loft Bar in der 18. Etage des Sofitel, von der man einen atemberaubenden Blick auf Wien genießen kann.
Wenn Sie einen Tag in Wien hätten: Was wäre auf Ihrer Agenda?
Zuerst einige Galerien, dann das Belvedere (Prinz-Eugen-Straße 27, 1030) oder das Kunsthistorische Museum (Burgring 5, 1010). Dann der Naschmarkt und Kim kocht (Stand 28, 1040). Anschließend ein Spaziergang durch die Weinreben und zum Abschluss eine Jause im Welser in Grinzing (Probusgasse 12).