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Sara Chahrrour kennt sich aus in Berlin, bloggt sie doch für FindingBerlin.com - ein visuelles Magazin über die Stadt und das Reisen. In-Viertel, Secondhandshops und geheimnisvolle Bars ohne Namen: Die junge Berlinerin weiß, wo was los ist.
Fangen wir bei den wichtigen Dingen an: Welches Berliner Stadtviertel ist up-and-coming?
Man hat das Gefühl, in Berlin ändert sich das von Wochenende zu Wochenende. Up-and-coming sind natürlich immer die Underdogs, also Neukölln unterm Hermannplatz als neues Kreuzberg, Wedding “kommt” gefühlt seit sechzehn Jahren (und kommt dabei aber nirgendswo an) und zwischendurch erfindet sich sogar Mitte neu. Das ist aber auch das Schöne an Berlin: Wenn man von den Mietpreisen mal absieht, kann man in jedem Bezirk und zu jeder Zeit das Gefühl bekommen, im verrücktesten Viertel gelandet zu sein.
Wo haben Sie in Berlin zum letzten Mal so richtig gut gegessen?
Bei Boddin Snack in der Boddinstraße am Rathaus Neukölln. Eher aus Verzweiflung, weil ich nur was Kleines essen wollte, habe ich mich in den etwas schäbig wirkenden Laden hineingetraut. Für einen Euro gab es dann die leckerste arabische Pizza auf selbstgebackenem Brot mit wunderbarem Weichkäse. Das ist zwar kein Fancy Food, aber genau das, was man manchmal neben dem restlichen Street Food braucht.
Die schönste Bar Berlins …
… hat keinen Namen (zumindest kenne ich ihn nicht!) und ist an der Ecke Hobrechtstraße/Bürknerstraße.
Party-Nacht – wo fängt sie an … und wo hört sie auf?
Sie fängt auf dem Fahrrad und beim Spätkauf des Vertrauens in Kreuzberg an und endet mit größter Wahrscheinlichkeit auf der Oranienstraße bei dem lachend-weinenden Versuch, das Fahrrad und sich selbst noch halbwegs sicher nach Hause zu schieben. Dazwischen findet man mich im Prince Charles am Moritzplatz (Prinzenstraße 85F), im Farbfernseher (Skalitzer Straße 114) oder bei den Mindpirates (Schlesische Straße 38).
Wo bruncht es sich besonders gut in Berlin?
Im Nest auf der Görlitzer Straße (52) in Kreuzberg oder im Entweder Oder auf der Oderberger Straße (15) am Prenzlauer Berg. Wer noch mehr Koffein braucht - Katies Blue Cat in der Friedelstraße und Passenger Express in der Oppelner Straße sind super Cafés.
Urban Art – wo findet man derzeit die interessantesten Kunstwerke?
Die entdeckt man meistens nicht auf den ersten Blick. Die großen Murals oder Graffitis, die direkt ins Bild springen, sind meistens auch die, die man irgendwann nicht mehr sieht. Ich plädiere für einen Blick zwischen Häuser, in Hinterhöfe und generell dort, wo man sie nicht vermuten würde.
Ihre beste Foto-Aussicht Berlins?
Von den Dächern. Berlin mag keine Skyline haben, dadurch aber einen unverbauten Blick vom Dach eines fünfstöckigen Hauses. Egal ob Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte, Charlottenburg, Spandau oder Schöneberg – von oben gibt es immer was zu sehen.
Welches Hotel hat Ihrer Meinung nach ein interessantes Konzept?
Das Michelberger natürlich. Irgendwo zwischen Hostel und Hotel, aber mit Stil, Atmosphäre und ohne das “laute Touristenpack”, über das sich jeder in Berlin so gerne beschwert. Das Michelberger braut seinen eigenen Schnaps, hat eine unglaublich schöne Berliner Innenarchitektur (sprich: minimal und abgezogene Wände) und bietet trotz allem einen überaus fantastischen Komfort. (Warschauer Straße 39/40)
Berlin – die deutsche Modestadt. Wo shoppt es sich am besten?
Vintage, Vintage, Vintage. Und zwar nicht auf den gängigen Flohmärkten, sondern schön in den alten Kleiderkisten am Stadtrand und in den Secondhandshops in den abgelegenen Bezirken – etwa bei Colours (Bergmannstraße 102) oder Made in Berlin (Neue Schönhauser Straße 19). Dort gibt es nicht nur unglaubliche Fundstücke, sondern vor allem auch noch gute Preise.