Die Insider, Fashion & Lifestyle
Kai Boris Bendix, seit Februar 2011 Geschäftsführer von Beiersdorf Österreich, lebte vor seinem Umzug nach Wien mit seiner Familie in Mumbai. Für uns erinnert er sich an seine Jahre in Mubai, an Abenteuer und Hot Spots in der Millionenstadt (im Bild mit Frau Petra).
Lassen Sie uns kopfüber in die Stadt eintauchen! Welche drei Sehenswürdigkeiten müssen wir in Mumbai gesehen haben?
Ein Muss ist der Gateway of India in Colaba, betrachtet aus den Fenstern der Sea Lounge im 2. Stock des Taj Mahal-Hotels. Hier scheint die Kolonialzeit noch lebendig. Danach geht es zum Chor-Bazaar, dem Diebesmarkt im muslimischen Teil von Süd-Mumbai, wo meist Kaftan-bekleidete Händler in vollen, verstaubten Shops und engen Gassen alle nur erdenklichen Waren verkaufen. Der Markt heißt Diebesmarkt, da man dort früher etwa seine gestohlenen Radkappen zurückkaufen konnte.
Das Highlight der Tour ist eine Fahrt mit dem Western Line Local Train von Churchgate nach Bandra. Ein Abenteuer für Hartgesottene. Bereits am Bahnhof Churchgate muss man sich mit ca. 1.000 Fahrgästen einen Stehplatz in einem der streng nach Männern und Frauen getrennten Waggons erkämpfen. So nahe wie hier kommt man den Einheimischen selten. Ja, und Hühner und Ziegenböcke reisen ebenfalls mit.
Was müssen wir in Mumbai noch unbedingt gemacht haben?
In einem einfachen Shiv Sagar-Restaurant ein „Thali“ essen. Das Essen wird auf einem traditionellen Blechteller mit mehreren kleinen Vertiefungen serviert. Jede enthält ein anderes Gericht. Gegessen wird mit bloßen Händen oder mit indischem Fladenbrot (Naan, Roti) als Ersatz für Messer und Gabel.
Was sollten wir besser lassen?
Sich keinesfalls als verspäteter Kolonialherr aufführen, den Dreck und die omnipräsente Armut beklagen oder Indern zu nahe treten.
Das derzeit dynamischste Viertel der Stadt?
Bandra. Hier leben Bollywood-Stars, reiche Industrielle und viele Ausländer, hier pulsiert das Nachtleben. Die Auswahl an Restaurants und Bars ist schier endlos. Jeden Monat gibt es neue Adressen. Kaum zu glauben, aber bis vor zehn Jahren war dieser christlich geprägte Stadtteil noch ein verschlafener, armer Fischerort.
Das hippste Hotel?
Ich bin bereits seit über einem halben Jahr in Wien, meine Info eventuell etwas out-of-date. Doch damals hätte ich wohl das Four Seasons-Hotel oder das Grand Hyatt Central genannt.
Wo trifft sich die Expat-Community zur Party?
Partys finden meist privat statt. Aber es gibt gute Dance Clubs wie das Blue Frog im Maturadas Mill Compound, Lower Parel. Dort gibt es gute Live-Musik und erstklassige DJ-Sets. Ähnlich angesagt ist das nahe Shiro.
Und wo die Einheimischen?
Im Hawaiian Shack, aber auch im Hardrock Café! Oder – musikalisch etwas brachialer – im The Ghetto: Heavy Metal und Hip-Hop in Schwarzlicht-Atmosphäre.
Stay tuned! Mehr Insider-Info zu Mumbai von Kai Boris Benedix demnächst hier auf der Insiderei.