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So sieht das Worst-Case-Szenario eines indischen Luxushotel-Direktors im Himalaya aus: Ein Superstar aus den USA ist auf der Anreise. Justament eine Stunde vor dem Check-in bricht das Rohr zur Hauptwasserleitung. Das heißt auf Indisch: drei Tage kein hot water, weil der nächste Installateur nicht gerade ums Eck wohnt. Das Hotel liegt völlig abgeschieden und wunderschön friedlich auf einer Bergkuppe über Rishikesh, Nordindien.
Das Ganze ist tatsächlich passiert – diesen Jänner im Hotel Ananda in the Himalayas. Zwei Herren und eine Dame haben die Situation grandios gemeistert. Zum einen Luis Molina, der neue Spa-Manager aus Spanien. Molina, der für seine Spa-Innovationen schon mehrere weltweite Awards verliehen bekam, organisierte einen Teil seines 65-Köpfe-Spa-Teams von Ayurveda-Experten zu Wasserkochern um. Luis wuselte wie wild über das mehrere Hektar große Gelände auf dem Besitz eines ehemaligen Maharadschas, um allen Gästen mehrfach am Tag zu versichern, dass alles gut wird. Der General Manager war nicht zu sehen, er stand drei Tage lang im Gebüsch, um das Wasserrohr neu zu verlegen. Am dritten Tag schüttelte er allen die lädierten Hände – und ging schlafen. Der Mann hat mehr als 48 Stunden im Freien verbracht.
Ach ja, da war noch der Superstar: Oprah Winfrey. Der größte Talkstar der USA reiste für vier Tage ins Ananda. Oprah nahm das ganz locker, war völlig entspannt, mischte sich unter die Gäste, besuchte die Kurse der indischen Philosophie, genoss mit allen auf der Terrasse das Ayurvedic Gourmet Food, ließ sich fotografieren. Gag am Rande: Einer der Vortragsabende handelte vom Thema “Wie kommuniziere ich richtig?”. Der Vortragende war ein wenig nervös, als er Oprah sah. Die Talkqueen nahms gelassen – wie auch den Wasserrohrbruch. So etwas nennt man Größe, Macht und Stärke.