Hotel & Travel
Nicht immer, wo Luxus draufsteht, ist auch Luxus drin – und das mit voller Absicht. Die Rough Luxe Hotels boomen. Das sind Hotels mit rauer Schale und sehr persönlichem Kern. Das Motto: Luxus ist nicht Geld, sondern Zeit. Unter der Ägide des international renommierten Designers Rabih Hage verwandelte sich ein biederes georgianisches Stadthotel in ein „Rough Luxe“ Schmuckstück nahe der King’s Cross Station. Für „Rough Luxe“, ein internationales Netzwerk, zu der auch der legendäre Pariser Buchladen „Shakespeare & Company“ und Ferran Adriàs „El Bullì“ gehören, ist Originalität Pflicht. Daher zeigt sich auch das neue Londoner Hotel als Schwindelerregender Mix aus urbaner Archäologie – die Wandmalereien unter Schichten von Tapeten wurde einfach belassen – und zeitgenössischer Kunst, abgesplitterter Farbe und erstklassiger Möblierung.
Die meisten der neun Zimmer verfügen nur über ein Gemeinschaftsbad, die Preise bewegen sich trotzdem von 177 Pfund aufwärts. Zum Frühstück versammeln sich die Gäste um einen Tisch, der aus Treibholz vom Brighton Pier gebosselt wurde und im Sommer bietet ein kleines Café unter freiem Himmel Zeit und Raum für Rückzug vom lärmenden Treiben der Stadt.
„Rough Luxe ist eine neue zeitliche Betrachtungsweise von Luxus und nicht mehr nur Teil eines Konsumgutes. Luxus ist ein persönlich bereicherndes Erlebnis und beschränkt sich nicht auf den bloßen Besitz eines wertvollen Objekts“, erklärt der Konzepterfinder Kurt Engelhorn das kontroversielle Konzept.
Eine Definition von „Rough Luxe“-Luxus ist: Zeit zum Nachdenken, persönliche Begegnungen mit Menschen, Natur, Architektur und Umwelt ebenso wie Essen, soziale und kulturelle Erfahrungen in guten Lagen. Engelhorn im Detail: „Bei Rough Luxe geht es sowohl um Erfahrungen, Umgebungen, innere Werte von Objekten, Kunst, Kultur, vor allem aber um Menschen. Und, ja natürlich auch um konsumierbare Ausstellungsstücke, die man in einem Rough Luxe Hotel gleich vomF Fleck weg kaufen kann.