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Es sind diese seltsamen Handbewegungen meiner Tauchkollegen – gemeinsames, aufgeregtes Wackeln mit den Händen, die nach oben zeigen – wie missglücktes Wasserballett. Keine Ahnung, was die wollen. Bis ich mich umdrehe und dieses geschlossene Riesenmaul vor mir sehe. Eine Walhaidame. Wäre ich nicht unter Wasser, würde ich sagen: Mir bleibt die Luft weg. Sie kommt langsam und elegant auf mich zu – auf Augenhöhe. Einer von uns beiden muss ausweichen – in dem Fall wohl eher ich. Vorsichtig strample ich mit den Flossen nach oben Richtung Wasseroberfläche. Der Wahlhaidame ist’s egal – sie schwimmt gelassen unter mir vorbei.
Passiert ist das ganze in FenMaaDhiguRan, dem größten Meeresschutzgebiet der Malediven im südlichen Ari-Atoll und direkt beim Hausriff des LUX* Island Resorts. Ebendort hat man sehr gute Chancen, das ganze Jahr über auf diese Giganten des Meeres zu treffen. Mit einer Länge bis zu fünfzehn Meter und einem Gewicht von über zwölf Tonnen zählt der Walhai nicht nur zu der größten existierenden Art seiner Familie, er ist der größte Fisch auf Erden, besser gesagt im Wasser.
Wer nicht taucht oder tauchen will, kann die Tiere auf der Walhaisafari sehen. Gemeinsam mit Manfred Leisterer, dem Leiter des Watersports Center auf der Insel, machen wir uns auf die Suche nach Walhaien. Auf der Meeresoberfläche sichten wir eine dunkle, große Stelle mit weißen Punkten. Die Walhaisafaris mit Schnorchelausrüstung finden jeweils montags und mittwochs statt. Angst braucht man beim Schnorcheln und auch beim Tauchen keine zu haben, denn der Mensch steht nicht auf dem Ernährungsplan des Giganten. Jedoch können Menschen für ihn gefährlich werden, denn eine Berührung mit bloßer Hand kann zu Folge habe, dass der Schutzfilm der Fischhaut zerstört wird, Bakterien eindringen und der Walhai aufgrund von Infektionen stirbt. Das wollen wir gar nicht, also Hände weg.