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Frage an Radio Eriwan: Ist möglich zu reisen in ferne Länder, ohne Tourist zu sein? Ja, ist möglich. Wenn man geht zu Fuß durch Land. Dann man ist Reisender statt Tourist. Gutes Beispiel weiß Radio Eriwan: Wild Coast, Südafrika.
Die Wild Coast erstreckt sich nördlich von East London in der Eastern Cape Provinz bis zur Grenze mit KwaZulu Natal bei Port Edward. Dies ist die Heimat der stolzen Xhosa und Pondo sowie von Nelson Mandelas Geburtsort Qunu, der auf etwa halber Strecke zwischen Coffee Bay und Umtata liegt.
Was macht die Wild Coast so besonders: Es sind die Wasserfälle, die sich direkt ins Meer ergießen. Die kilometerlangen, unberührten Strände. Dichte tropische Dünenwälder und weite, offene Ebenen. Sogar das Vieh liebt die Strände: So sieht man hier häufig Kühe genügsam und zufrieden im Sand liegen und entspannen.
Südafrikas Wild Coast entlang der südöstlichen Küste des Eastern Cape ist in materieller Hinsicht wahrscheinlich die ärmste Gegend Südafrikas. Unübertroffen ist jedoch ihr Reichtum an romantischer Küstenwildnis und unberührten Stränden. In vielen anderen Teilen der Welt wäre eine solche Küstenlinie schon längst moderner Entwicklung zum Opfer gefallen. Doch die Geschichte der lokalen Bevölkerung, Stammesrichtlinien und die lokale Kultur haben dazu beigetragen, die Region so zu erhalten, wie sie bereits vor Tausenden von Jahren ausgesehen haben muss.
Am besten erkundet man die Wild Coast zu Fuß: auf einer “Hotel-Hopping-Tour” am Strand entlang. Das schwere Gepäck wird getragen und ein ortskundiger Guide führt die Gäste auf ihrer Wanderung entlang der Küste. Jede Nacht erwartet die Wanderer gutes Essen, eine heiße Dusche und kaltes Bier – jeweils an einem anderen Platz.
Der “Wild Coast Meander”-Wanderweg führt Besucher sechs Tage lang (fünf Übernachtungen) vom Kob Inn nach Morgan Bay. Die “Wild Coast Amble” Wanderung, auch über fünf Nächte, führt von Qolora nach Glen Garriff im Süden.
Eine weitere Option ist die Übernachtung in einem der Naturreservate – die Unterkünfte sind verhältnismäßig rustikal, aber die Umgebung ist einfach grandios. Das größte Naturreservat der Region ist Mkambati; unter den Kleinen sind Hluleka, Dwesa und Cwebe besonders empfehlenswert.
Mit Ausnahme des großen Wild Coast Sun Hotel and Casino sind alle Hotels entlang der Küste kleine Familienunternehmen und die meisten Besucher sind Stammgäste. Sie bieten einfache, aber raffinierte Küche (typischerweise table d’hote mit viel Fisch und Meerestieren) und sind familienfreundlich.
Jedes Jahr im Juni/Juli steht an der Wild Coast die große Sardinen-Migration gen Norden auf dem Programm. Dieses Naturschauspiel zu erleben, ist einfach faszinierend. Denn dabei – weil Futter im Anmarsch – zeigen sich auch Delfine, Haie, Raubfische, unzählige Meeresvögel, Bryde Wale und sogar Orkas vor der Küste.